Geschichte

Die Entstehungsgeschichte der Kirche

«…, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen».

Das Leben der Mariä-Schutz-Gemeinde hat im Jahr 2017 ein einschneidendes Ereignis erfahren. Die Gemeinde hat eine neue Heimat gefunden, in der Kirche am Eingang zum Marienforster Tal. Seit der Übernahme und Segnung durch die russisch-orthodoxe Kirche trägt sie den Namen Heilige Elena. Zuvor gehörte die Kirche zur evangelischen Johannes Kirchengemeinde.
Die Kirche steht auf historischem Grund in Bad Godesberg. Vor über 600 Jahren stand hier eine Mühle, die sich im Besitz des Kölner Domkapitels befand. Im Zuge der Säkularisierung gelangte sie in den Besitz der Familie Brenig.
«Brenigs Mühle» mahlte noch bis 1920 Mehl für die Godesberger Bürger. Nach dem Krieg verfiel die Mühle. Die Überreste der Ruine wurden im Auftrag der Stadt Bad Godesberg abgerissen. Das Areal wurde anschließend an die evangelische Johannes Kirchengemeinde abgegeben, die zu dieser Zeit auf der Suche nach einem Grundstück für den Bau einer neuen Kirche war.
Direkt am Godesberger Bach entstand auf dem Gelände der «Brenigs Mühle» in den Jahren 1965-1966 eine neue Kirche, die weithin bekannte Marienforsterkirche. Zuständig für den Bau der Kirche war der Architekt Gustav Gsaenger aus München.
Nach den Plänen des Architekten wurde die Kirche auf Betonpfählen gebaut, die in die Erde gerammt wurden. Für die Wände des Kirchenschiffes wurde Grauwacke benutzt.
Die Kirche besteht aus dem Kirchenschiff und einem Glockenturm. Das Kirchenschiff ist ein Saalbau, der unter einem mächtigen breitgelagerten Schieferdach ruht. Der Altarraum mit Altar, Kanzel und Taufstein liegt im Süden zwei Stufen erhöht zum Innenraum unter einem runden Mosaikfenster. Das runde Fenster zeigt ein Auferstehungsmotiv, das von Gerhard Neumann aus Bonn entworfen wurde.
Die Pracht des Kircheninnenraums wird durch die Wände aus rotem Backstein, dem offenliegenden, hölzernen Dachstuhl und dem Fußboden aus schwarzen Schieferplaten bestimmt. Das Tageslicht findet seinen Weg durch sechs kleine Dreiecksfenster. Jeweils drei von ihnen sind an den Traufen über den beiden Seitenwänden verteilt.
Gegenüber vom Altarraum schwebt über dem Eingang zum Kircheninnenraum die Orgelempore. Die Orgel wurde durch die Firma Kleuker/Brackwede gebaut. Sie wurde später angeschafft und nachträglich eingebaut, wobei die Orgelpfeifen asymmetrisch auf der Empore über den Innenraum thronen.
Der Glockenturm im Norden schließt direkt an den Saalbau an und ist der Hauptzugang zum Innenraum. Der vorgelagerte Turm besteht wie das Kirchenschiff im unteren Teil aus massiver Grauwacke. An allen vier Seiten des steilen, kreuzförmigen Daches des Glockenturmes hängen weit sichtbar große Uhren.
Im Glockenturm hängen drei Glocken von unterschiedlicher Größe. Die drei Glocken der Kirche wurden von der Glockengießerei Rincker/Herborn gegossen. Jede Glocke steht für einen anderen Ton und trägt ihre eigene Innschrift:
(große Glocke) Ton g’ – «DANKET DEM HERRN, DENN ER IST FREUNDLICH»;
(mittlere Glocke) Ton a’ – «DER HERR IST MEIN LICHT UND MEIN HEIL»;
(kleine Glocke) Ton c’’– «IST GOTT FÜR UNS, WER MAG WIDER UNS SEIN?».
Im Jahr 1983 wurde die Kirche nach Plänen des Architekten Nikolaus Simon aus Königswinter um einen Anbau, dem weithin bekannten Kaminraum, erweitert. Der Anbau ist eine harmonische Erweiterung der Kirche und unterstreicht die Erhabenheit des Kirchenschiffes. Er ist unterkellert. Der Keller ist für die Nutzung ausgebaut und hergerichtet worden.
Die großen Fensterfronten des Kaminraumes fangen das Tageslicht ein und stärken das Gefühl von Verbundenheit mit der Natur. Ausgestattet mit einer Küche lädt der Kaminraum zur Geselligkeit ein. Heutzutage steht der Kaminraum der Gemeinde für verschiedene Aktivitäten, Gesprächsrunden und Veranstaltungen sowie für Feste und Konzerte zur Verfügung.